Jagdliches Training mit Manfred Reithmeier – Rückblick II

Bericht vom 22.07.2012

Nach 10 Jahren BLP-Karenz hegte ich den Gedanken mit meiner Junghündin die BLP abzulegen. Als ich die Ausschreibung des jagdlichen Trainings bei Manfred Reithmeier las dachte ich mir, dass ich die Gelegenheit beim Schopf ergreifen müsse um zu testen, wo wir stehen und ob die Hündin für eine solche Prüfung schon reif genug ist. Nach 20 Jahren Erfahrung und 3 erfolgreich geführten BLPs weiß ich um die vielen „Missgeschicke“ die einem widerfahren können und erinnere so manche Diskussion mit jagdlichen „Hardlinern“. Insbesondere die Jungen meinen oft durch schneidige Parolen die fehlende Lebenserfahrung wettmachen zu können. So fuhr ich mit etwas gemischten Gefühlen am Sonntag nach Zellereit.
Da 2 Teilnehmer kurzfristig absagen mussten, waren wir nur zu viert. Es gab keine besonderen Probleme, so dass wir alle Prüfungsfächer durcharbeiten konnten. Ich möchte nicht auf die einzelnen Fächer, die alle sehr genau in der PO beschrieben sind, eingehen, sondern meine Gedanken etwas schweifen lassen.

Sehr schnell konnte ich feststellen, dass Manfred ganz auf meiner Linie liegt. Er zeigte sich als ruhiger, offener Trainer, der auf die Eigenständigkeit der Hunde großen Wert legt. Auf Probleme und Fehler ging er mit Freundlichkeit und positiver Motivation ein. Druck oder Härte sind für ihn keine Mittel, um eine freudige Zusammenarbeit mit dem Jagdgefährten zu erreichen. Im persönlichen Gespräch betonte er auch, dass er die Auffassung vertritt, dass man ehrlich mit seinem Hund umgehen sollte, ein in meinen Augen ganz wesentlicher Aspekt der Hundeausbildung. Unter Ehrlichkeit ist gemeint, dass man dem Hund z. B. keine Schleppe mit einem Stück 

Wild anbietet und ans Ende dann ein Dummy als Beute auslegt. Auch lehnt er es für sich ab, dem Hund, wie von der BLP-PO zugelassen, nicht den geschleppten, sondern alternativ auch einen anderen Hasen anzubieten. Auch hier schließe ich mich seiner Auffassung an und wage die Frage, ob nicht so manche Unzuverlässigkeit der Hunde in dieser Praxis begründet ist.

Bei der Prüfung auf Schussfestigkeit im Wasser, dem nach meiner Auffassung heikelsten Prüfungsfach der BLP, gab Manfred den Schuss quer zur Schwimmrichtung der Hunde ab. Zwar kann dieser Schuss als Richtungsschuss für die anschließende Suche im Schilf genutzt werden, aber Manfred wollte lieber Vorsicht walten lassen, damit „nichts schief geht“, denn für die meisten Hunde war dies das erste Mal, dass auf das Wasser geschossen wurde. Geschickt lockte Manfred einige Hunde, die das Suchengebiet nicht direkt annahmen, mit einem Steinwurf, so dass alle flott zum Erfolg kamen. Da wir recht zügig gearbeitet hatten blieb noch Zeit für eine weitere Aufgabe. Auf einheitlichen Wunsch wurde noch mal der Schuss aufs Wasser kombiniert mit einem Blind, das im rechten Winkel zur Schussrichtung auf der anderen Uferseite lag, geübt. Manfred zeigte sich dieser Anregung sehr offen und war selber begeistert von der Aufgabenstellung.  
Was positive Motivation und der geduldige, schrittweise Aufbau eines Hundes bewirken können habe ich selber erfahren. Ich hatte mit einer meiner Hündinnen Probleme beim Test Schussfestigkeit im Wasser. Beim Training machte die Hündin kehrt und stieg aus dem 
Wasser aus. Sie war beeindruckt und ich ebenso, da ich mir ihr Verhalten nicht erklären konnte, hatten wir doch schon einige Working-Tests absolviert. Nach längerem Überlegen viel mir ein, dass die Hündin einige Zeit vorher auf offenem Feld in einen plötzlichen Hagelschlag gekommen war. Sollte das der Grund gewesen sein? Die nächsten Wochen übten wir an verschiedenen Gewässern. Erst gab es Leckerli wenn die Hündin im Wasser schwamm, dann flog eine Handvoll größerer Leckerli vor ihr ins Wasser, dann kleine Kieselsteine und letztendlich warf ich eine Handvoll Kieselsteine auf sie, während sie zum ausgeworfenen Dummy schwamm. Bei der BLP gab es keinerlei Schussprobleme.
Dieses Beispiel ist vielleicht eine Anregung bei auftretenden Problemen darüber nachzudenken wo die Ursache dafür liegen könnte und dass es sich immer lohnt, Mühe und Zeit zu investieren, um den Jagdgefährten wieder „auf den rechten Weg“ zu bringen.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass man in Manfred einen verständigen und geduldigen Trainer findet, der sich dieser Probleme gerne annimmt.
Abschließend möchte ich mich bei Manfred und dem fleißigen Helfer Albert ganz herzlich bedanken. Es war für alle, denke ich, ein erfolgreiches und zufriedenstellendes Training. Meinen Mitstreitern wünsche ich ein gutes Gelingen der BLP.

Monika Bastian

(c) für alle Fotos: Albert Wallner